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Zwei Neuerscheinungen aus dem Verlag Klaus G. Renner
Es ist Klaus Renners Mission, Texte, in denen sich die Essenz
einer Epoche kristallisiert, dem Vergessen zu entreissen. Zwei neue Zeugnisse
dafür liegen vor. Wie immer genügen sie hohen bibliophilen Ansprüchen: Bleisatz,
Fadenheftung, Büttenpapier und limitierte numerierte Auflage.

Walter Serner.
Luftlinie. Syrakus - Butterbrot - Zentralheizung.
Walter Serner, der Protagonist des Zürcher Dada, der
Stichwortgeber für Tristan Tzara, übertrug den Nihilismus der Schlachtfelder
kompromisslos auf die menschliche Gesellschaft. Man muss sein emotionsloses
Dada-Stakkato nur rezitieren, und man versteht, dass er dafür von der Bühne
gejagt wurde. Gleichzeitig ist es höchstes Lesevergnügen, und man sucht
unwillkürlich nach den Dadaisten von heute oder besser, den Objekten ihres
Spotts.
Auch die Philologen kommen auf ihre Kosten: Im Nachwort
rekonstruiert Klaus Renner die Text- und Wirkungsgeschichte.
Frontispiz von Stanley Chapman, 16 nn. S., Büttenumschlag, 60
num. Exemplaren, EUR 52.- / CHF 85.-

Dichter, Romancier, Kritiker, Jazzmusiker, engagierter
Zeitgenosse, sensibler Provakateur und vor allem, überzeugter Pataphysiker, das
war Boris Vian. 1957 erschienen einige Gedichte von ihm, die man damals als
pornographisch bezeichnet hätte und die, wie auch andere seiner Arbeiten, Ziel
von Zensur und gerichtlicher Verfolgung geworden wären, wären sie nur verbreitet
worden. Sie erschienen in nur 69 Exemplaren, ohne Angabe eines Verlages, unter
dem anagrammatischen Pseudonym "Bison Ravi". Und sie lassen einen an die
Wildheit eines "bison" denken. Und zeugen von der Respektlosigkeit eines hellen
Kopfes.
Aus dem Französischen übersetzt von Klaus Völker, deutsche
Erstausgabe (links der Originaltext, auf der rechten Seite die Übertragung). 24
nn. S., Büttenumschlag, 90 num. Exemplare, EUR 56.- / CHF 88.-
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